St. Pölten Konkret Interview, Ausgabe vom Dezember 2019

Hr. Willinger, Sie sind unabhängiger Versicherungsmakler. In der Werbung der Versicherungsunternehmen wird immer wieder
über eine private Wahlarzt-Versicherung berichtet. Was ist Ihre Meinung dazu?

Willinger:

Ich habe grundsätzlich sehr positive Erfahrungen mit privaten Krankenversicherungen, damit sind auch Wahlarzt-Versicherungen
gemeint. Die Kunden haben überdies zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten zur privaten Wahlarzt-Versicherung wie z.B. Sonderklasse-Patient im Spital, privater Pflegeversicherung, Baby-Option etc. Vor allem Eltern schließen häufig eine solche Versicherung für ihre Kinder ab. Und das Wichtigste, einmal abgeschlossen kann der Versicherer die private Krankenversicherung nicht mehr kündigen, egal wie krank man einmal werden sollte. Es gilt ein gesetzliches Kündigungsverbot.

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StpKonkret:

Wie bekommt ein privat Versicherter eigentlich seine Leistung aus dem Versicherungsvertrag?

Willinger:

Was sich vielleicht kompliziert anhört, ist eigentlich sehr einfach. Der Versicherte reicht zuerst die Honorarnote seines Wahlarztes bei seinem öffentlichen Krankenkassenträger ein. Nach dessen Abrechnung erfolgt die Einreichung beim privaten Versicherer. So erhält der Versicherte in der Regel eine 100%ige Rückerstattung seiner Privatarztkosten. Auch Medikamente, Rezeptgebühren, Impfungen, Physiotherapien, Sehbehelfe gehören zum Leistungsspektrum solcher Versicherungen.
Durch Online-Portale der privaten Versicherungen, aber auch der Krankenkassen, lassen sich Einreichungen heutzutage viel einfacher
erledigen als früher. Aber auch die klassische Variante mittels postalischer Einsendung funktioniert problemlos. Die privaten Versicherer
bezahlen nach Erhalt aller Unterlagen in der Regel binnen 14 Tagen. Wir unterstützen unsere Kunden dabei auch sehr gerne.

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StpKonkret:

Glauben Sie, dass es die von unterschiedlichen Seiten immer wieder propagierte Zwei-Klassen-Medizin gibt?

Willinger:

Es ist davon auszugehen, dass durch die Zusammenlegung der Krankenkassen es zu Leistungsharmonisierungen kommen wird. Ob diese Harmonisierungen im Einzelfall auch eine Schlechterstellung sein können, ist noch ungewiss. Fakt ist jedoch, unser öffentliches Gesundheitssystem ist eines der besten weltweit und dennoch merken wir Versicherte, dass es bei den Arztbesuchen, mit denen jeder von uns immer wieder konfrontiert ist, doch Unterschiede zwischen einer Kassenordination und einer Wahlarztordination gibt. Ich bin persönlich der Meinung, dass der rechtzeitige Abschluss einer privaten Krankenversicherung, in welcher Ausprägung auch immer, ein für die Zukunft derzeit noch weit unterschätzter Vorteil ist.

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StpKonkret:

Wie erfolgt bei Ihnen die Auswahl des passenden Versicherers für eine private Krankenversicherung?

Willinger:

Private Krankenversicherer gibt in Österreich zwar nicht viele, aber die Tariflandschaft ist sehr, sehr vielfältig. Das fordert uns unabhängige Berater um für den Kunden den passendsten Tarif bzw. die beste Tarifkombination zu finden und das zu der Prämie, die sich der Kunde leisten möchte. Dabei gibt es wirklich unzählige Möglichkeiten. Hier trifft das Sprichwort – der Vergleich macht Sie sicher – tatsächlich zu!

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StpKonkret:

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit.

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