St. Pölten Konkret Interview, Ausgabe vom August 2020

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Portfolio der meisten Versicherungskunden noch nicht enthalten. Was macht diese Versicherung denn so wichtig?

Marco Willinger:

Das ist richtig, diese Versicherungsmöglichkeit zur Absicherung seiner eigenen Arbeitskraft und somit seines monatlichen Einkommens aus der beruflichen Tätigkeit hat den österreichischen Versicherungsmarkt noch nicht durchdrungen. Eigentlich vollkommen unberechtigt, denn die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bei fast jedem gesundheitlichen Grund. Wenn etwa jemand seinen zuletzt ausgeübten Beruf zumindest zu 50 Prozent und für länger als sechs Monate nicht mehr ausüben kann.

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StpKonkret:

Viele Versicherungskunden haben bereits eine private Unfallversicherung. Ist in einem solchen Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung zusätzlich sinnvoll?

Willinger:

Pauschal gesagt Ja. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet eine private monatliche BU-Pension, etwa auch bei psychischen Erkrankungen, Kräfteverfall, Schlaganfall/Herzinfarkt, Pflegebedürftigkeit und vielem mehr. Nur bei einem Unfall würden dann beide Versicherungen gleichzeitig in die Leistungspflicht kommen. Wir passen sowohl den Berufsunfähigkeits- als auch den Unfallversicherungsschutz auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden an, damit es so wenig wie möglich Überschneidungen gibt. Eine bestehende Unfallversicherung ersetzt somit nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung.

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StpKonkret:

Es besteht doch auch ein „gesetzlicher“ Berufsunfähigkeitsschutz. Worin liegt der Unterschied zur privaten Vorsorge?

Willinger:

Der Gesetzgeber hat 2014 für alle Versicherten mit Geburtsjahrgang ab 1964 eine einschneidende Änderung beschlossen. Seitdem besteht im Falle einer Berufsunfähigkeit nur noch Anspruch auf Rehabilitationsund/ oder Umschulungsgeld. De facto wurde die frühere Berufsunfähigkeitspension somit abgeschafft. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung nimmt ausschließlich auf den zuletzt ausgeübten Beruf Bezug, ob dieser im Ausmaß von mindestens 50 Prozent dauerhaft
noch ausgeübt werden kann. Eine Verweisung auf einen anderen Beruf ist in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ebenso nicht möglich.

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StpKonkret:

Welche Versicherungsunternehmen bieten eine Berufsunfähigkeitsversicherung an und wie erfolgt die Auswahl bei SWZ-Versicherungsmakler?

Willinger:

Das Produkt selbst bieten viele Versicherungen an, aber: Der Vergleich macht Sie sicher! Die Bedingungswerke sehr guter Anbieter werden in regelmäßigen Abständen verglichen und mit entsprechenden Bewertungen versehen. Wir als Versicherungsmakler bedienen uns dieser Analysen und empfehlen unseren Kunden die entsprechend besten Versicherungen. Hinzu kommt, dass je nach Beruf des Kunden die Versicherungsunternehmen unterschiedliche Einstufungen in der Prämie vornehmen. Wir vergleichen die Produkte und Prämien und empfehlen unseren Kunden dann ein Versicherungsunternehmen, welches bezogen auf Preis und Leistung den konkreten Bedarf des Kunden am besten erfüllt.

 

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